8. Dezember 2026
- Philippe Selot

- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Der Donnerstagmorgen beginnt beinahe unspektakulär: Ich wache nach einer endlich erholsamen Nacht auf. Nun ja … fast. Am Abend zuvor wollte sich der Schlaf noch nicht so recht einstellen. Die Medikamente schienen von ihrer eigenen Wirkung nicht vollständig überzeugt zu sein, und die Fentanyl-Pumpe war im Laufe des Tages abgehängt worden. Nach Rücksprache zwischen der Pflegefachperson und dem diensthabenden Arzt fiel die Entscheidung: Die Pumpe wurde wieder angeschlossen. Zwei Dosen später liess sich der Schlaf, nun offensichtlich beruhigt, doch noch blicken. Offenbar braucht selbst der Schmerz manchmal überzeugende Argumente.
Am frühen Morgen kommt der Assistenzarzt, Dr. Vacca, mit einer Nachricht vorbei, die die Perspektive sofort verändert: Die Entlassung nach Hause ist für den nächsten Tag, Freitag, geplant. Er passt die Medikation an, stellt das Rezept für die Apotheke aus und erhöht die Opioiddosis leicht. Das Ziel ist klar und offen formuliert: kontrollierte Schmerzen und endlich ruhige Nächte. Ein Versprechen, das in diesem Moment fast wie ein Luxus klingt.
Bereits der Nachmittag zuvor markierte einen wichtigen Schritt. Ein neuer Gips wurde angelegt und der Verband vollständig erneuert. Zusätzlich wurden Kataplasmen aufgebracht, um die Wundheilung zu fördern und das Infektionsrisiko zu reduzieren. Die auf Gipsverbände spezialisierte Pflegefachperson, die ich inzwischen seit über zwei Jahren kenne, hat erneut hervorragende Arbeit geleistet. Der Gips sitzt perfekt: stabil, bequem und präzise. Professionalität, die sich wiederholt, wirkt beruhigend.
Am Montagmorgen ist eine Kontrolle im orthopädischen Zentrum bei Frau Jufer geplant, einer Spezialistin für Wundbehandlung. Sie wird den Verlauf der Wundheilung beurteilen. Sie war es auch, die mich bereits nach meiner Rückkehr aus Marokko betreut hatte, eine wohltuende Kontinuität in einem ohnehin langen medizinischen Weg.
Nach dem Anlegen des neuen Gipses geht es weiter zur Radiologie. Zwei Aufnahmen genügen, um das ganze Ausmass des Eingriffs sichtbar zu machen. Das Ergebnis ist beeindruckend. Die neue Platte ist knapp 20 Zentimeter lang und mit sechs Schrauben fixiert. Der am 15. Dezember eingesetzte Nagel ist ebenfalls mit sechs Schrauben verankert. Zusätzlich umschliessen zwei Cerclagen den Schienbeinknochen und die Platte, um die Stabilität weiter zu erhöhen. Eine echte Konstruktion der Feinmechanik. Da ich mein ganzes Berufsleben in der Präzisionsmechanik gearbeitet habe, kann ich diese Arbeit nur bewundern. Wenn der menschliche Körper auf Ingenieurskunst trifft, verdient das höchsten Respekt.
Von Freitag bis Sonntagabend wird eine Pflegefachperson der SPITEX zu mir nach Hause kommen, um die Injektionen mit Clexane zu verabreichen, einem Antikoagulans zur Thromboseprophylaxe. Ab Montag soll die Behandlung voraussichtlich in Tablettenform weitergeführt werden können, ohne pflegerische Unterstützung. Mitte Februar ist ein Termin bei Professor Krause vorgesehen, um den Verlauf der Genesung zu beurteilen. Bis dahin gilt eine klare Vorgabe: Die Belastung des Beins darf 20 Kilogramm nicht überschreiten, was in etwa dem Gewicht des Beins selbst entspricht. In den kommenden drei Monaten, während ich den Gips trage, wird diese Belastung schrittweise erhöht.
Schliesslich wird morgen, am Freitag, die Rückkehr nach Hause organisiert. Urs, der treue Nachbar meiner Mutter, der mich bereits am 22. Dezember begleitet hatte, wird mich nach dem Mittagessen abholen. Ein kurzer Halt in der Apotheke ist eingeplant, um die Medikamente abzuholen. Die letzte Etappe vor dem Verlassen des Spitals, mit der stillen Zufriedenheit, ein weiteres Kapitel dieser medizinischen Reise abzuschliessen, und dem sehr konkreten Wunsch, den Komfort des eigenen Zuhauses wiederzufinden.










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