26. September 2025
- Philippe Selot

- 26. Sept.
- 2 Min. Lesezeit
Der Mittwoch begann lange vor Tagesanbruch. Der Wecker klingelte um 1.30 Uhr, eine schnelle Dusche, ein kleines Frühstück und dann direkt nach Thun, wo um 3.00 Uhr ein von Studer organisierter Bus wartete. Um diese Zeit sind die Strassen wie ausgestorben, und ich kam etwas zu früh beim Parkplatz an. Die Fahrt nach Zürich führte über mehrere Stopps, um weitere Passagiere aufzunehmen. Halb schlafend erreichten wir den Flughafen, so früh, dass der Check-in noch gar nicht geöffnet war.
Die Idee solcher Sonderflüge erinnerte mich an eine Geschichte von vor mehreren Jahrzehnten, in den Zeiten von Swissair. Damals war ich Verkaufsdirektor für die Schweiz, die Benelux-Länder, Skandinavien und Österreich. Eines Tages kam mir der etwas kühne Gedanke: einen Tagesflug zu organisieren, damit Kunden die EMO in Hannover besuchen konnten, ohne dort übernachten zu müssen. Damals, und ehrlich gesagt auch heute noch, war das mit Linienflügen kaum möglich. Ohne Erfahrung und etwas vorsichtig buchte ich ein Flugzeug mit 95 Sitzen. Zunächst kamen die Buchungen nur zögerlich, dann aber plötzlich in Strömen. Ich musste ein grösseres Flugzeug verlangen… und am Ende starteten wir mit einem vollbesetzten Airbus A330! Hätte ein 747 zur Verfügung gestanden, wäre auch dieser voll gewesen.
Heute sieht die Realität ganz anders aus: Seit COVID sind die Flugpreise massiv gestiegen. Selbst mit relativ hohen Tarifen lassen sich die Kosten kaum decken. Diesmal flogen wir mit Edelweiss, einer Schweizer Airline, die vor allem saisonale Ferienziele bedient, welche Swiss nicht im Programm hat. Alles verlief reibungslos, vom Flug bis zum Transfer zum Messegelände.
Vor Ort entdeckte ich den neuen Stand, beeindruckend! Von 1’000 auf 1’600 m² vergrössert, spiegelt er die Integration der Werkzeugmaschinensparte von GF in die Gruppe perfekt wider. Renommierte Marken wie Agie, Charmilles, Mikron, Liechti, System 3R oder Step Tec ergänzen heute ein bereits starkes Portfolio.
Am meisten beeindruckt haben mich jedoch nicht die Quadratmeter, sondern die Gesichter. Ich traf viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen, Partner, Agenten, Journalisten, selbst das Catering-Team war dasselbe geblieben. Und ein schönes Detail: Der frühere Barista, der inzwischen den Beruf gewechselt hatte, nahm sich extra Ferien, um auf dem Stand wieder Kaffee zu servieren. Wenn jemand aus reiner Freude zurückkommt, ist das wohl der beste Beweis dafür, dass man gute Erinnerungen hinterlassen hat.
Ich gebe zu: Wirklich Lust auf eine Rückkehr nach Hannover hatte ich nicht. Für mich ist dieses Kapitel abgeschlossen. Ich durfte wunderbare Jahre erleben, in denen ich Ausstellungen weltweit betreute, doch heute macht ein neues Team einen hervorragenden Job mit eigenen Ideen. Ich möchte auf keinen Fall den Eindruck erwecken, mich einzumischen oder zu kontrollieren. Und trotzdem, jetzt, auf dem Heimweg, bereue ich den Entscheid überhaupt nicht. Die Reise war sowohl beeindruckend als auch bereichernd.
Die Rückfahrt erfolgt mit der Deutschen Bahn. Gemäss ihrem Ruf hatte der Zug ab Hannover bereits zehn Minuten Verspätung. Aber ehrlich: Wäre es wirklich die Deutsche Bahn ohne eine kleine Verzögerung? Zum Glück habe ich heute Abend keine Verpflichtungen, nur noch das Auto beim Studer-Parkplatz abholen und gemütlich nach Hause fahren.
In der Zwischenzeit hat sich die Verspätung weiter vergrössert, und ich werde eine Stunde später als geplant in Thun ankommen!












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