24. August 2025
- Philippe Selot

- 24. Aug.
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Heute Morgen, nach dem Frühstück im Hotel, haben mich Deniz, seine Mutter und seine Schwester Alev für einen weiteren Ausflug in die Umgebung von Dersim (für die Türken Tunceli) abgeholt. Leider war es wieder derselbe Fahrer wie gestern … also erneut ein paar Schweissausbrüche für mich!
Wir fuhren in Richtung Pümülür, nach Norden. Wieder begleitete uns ein Fluss entlang der Strecke. Zahlreiche Restaurants säumen seine Ufer, einige bieten den Gästen sogar die Möglichkeit, ihre Füsse ins kühle Wasser zu tauchen, während sie essen.
Das Tal ist breiter als jenes, das wir gestern durchquert haben, aber die Berge ringsum sind ebenso eindrücklich – in Ockertönen, majestätisch, friedlich und von atemberaubender Schönheit.
Um die Mittagszeit gelang es mir endlich, meine Begleiter zu überzeugen, dass ich die Rechnung übernehmen durfte. Es brauchte einiges an Nachdruck: nach Tradition wird nämlich immer der Gast geehrt und eingeladen. Wir hielten in einem hübschen Restaurant, direkt neben einem kleinen Wasserfall mit frischem Wasser. Das Essen war wohl das beste seit meiner Ankunft (Foto). Und auch beim Hinausgehen musste ich nochmals kämpfen, um die Rechnung begleichen zu dürfen. Für mich war es das Mindeste, um meine Dankbarkeit für eine so herzliche Gastfreundschaft zu zeigen.
Auf dem Rückweg hielten wir bei einem Felsen, aus dem eine Quelle entspringt, die sanft die Wand hinunterfliesst. Für die Aleviten ist dies ein symbolträchtiger Ort, denn sie pflegen eine besonders enge spirituelle Beziehung zur Natur (Foto). Die Familie nutzte die Gelegenheit, um ein paar Flaschen zu füllen: das Wasser ist besonders kühl und angenehm zu trinken.
Kurz vor der Rückkehr nach Dersim besuchten wir das Begegnungshaus der Aleviten, das Cemevi. Ich hatte das Glück, den grossen Versammlungssaal betreten zu dürfen, der in diesem Moment leer war. Die Decke ist geschmückt mit Porträts der zwölf Imame sowie von Ali, zentrale Figuren in der alevitischen Kultur der Kurden in der Türkei.
Turkish Airlines hat mir bestätigt, dass am Flughafen Istanbul ein Rollstuhl auf mich warten wird – eine grosse Hilfe, da die Wege dort viel zu weit wären für meinen noch immer angeschlagenen Fuss.
Heute Abend habe ich mein letztes Abendessen mit Alev, Deniz und dem berühmten Chauffeur Youssef geteilt. Wir haben ein kleines Picknick im Stadtpark, am Ufer des Monsur-Flusses, improvisiert. Einfach, aber wirklich sehr schön – vor allem mit einer grosszügigen Portion Baklava als krönender Abschluss!
Morgen früh, nachdem ich meinen Koffer gepackt habe, gehe ich zum Frühstück zur Familie Kaplan, bevor ich gegen 11 Uhr den Bus zum Flughafen Elazig nehme. Deniz wird mich auf der Fahrt begleiten, bevor er nach Dersim zurückkehrt. Ein langer Reisetag steht mir bevor, denn ich werde erst am Dienstag gegen ein Uhr morgens in Bern ankommen.
Gute Nacht zusammen!








































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