14. Dezember 2025
- Philippe Selot

- 14. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Am Montag steht ein entscheidender Moment bevor: die allerletzte Operation. Ich muss gestehen, dass sich trotz meinem Optimismus eine gewisse Nervosität eingeschlichen hat. Die Verschiebung um fünfzehn Tage und die möglichen Komplikationen lassen einen natürlich nicht kalt. Und dann ist da noch diese wenig erfreuliche Aussicht: Sollte erneut eine Staphylokokken-Infektion auftreten, wäre eine Amputation unvermeidbar, unabhängig davon, ob der Eingriff selbst erfolgreich verläuft. Ein Gedanke, der mich nicht gerade ruhig schlafen lässt.
Was den Eingriff an sich betrifft, bleibe ich jedoch erstaunlich gelassen. Ich bin von einem Team umgeben, dem ich voll vertraue, und nach fünf Aufenthalten kenne ich mittlerweile jeden Winkel des Spitals… irgendwann begrüssest man fast schon die Wände. Und da Weihnachten naht, habe ich mir einen kleinen «vernünftigen Luxus» gegönnt: ein privates Zimmer mit all seinen Annehmlichkeiten. Meine Versicherung übernimmt 2/3 des Upgrades, was die Entscheidung deutlich einfacher macht. Und falls ich, was ich nicht hoffe, Weihnachten im Spital verbringen muss, dann wenigstens in einem schönen Zimmer. Bis jetzt hatte ich immer Glück: ruhige Zimmer, komfortabel eingerichtet… Einmal hatte ich sogar einen Balkon für meine Mahlzeiten, aber dieses Jahr spielt die Saison da kaum mit.
Während dessen nimmt zu Hause ein neues Projekt Form an. Ich habe einen Kamin, eine schöne Idee auf dem Papier, aber seine Effizienz lässt ehrlich gesagt zu wünschen übrig. Ein Grossteil der Wärme verschwindet im Kaminzug, und die Frischluftzufuhr verhindert, dass sich die Wärme im Raum verteilt. Deshalb denke ich daran, einen Holzofen einzubauen. Das bringt allerdings einige Maurerarbeiten mit sich: Abbruch des alten Kamins, Vorbereitung des Platzes und alles, was sonst noch dazugehört. Die kommenden Monate eignen sich perfekt, um die Materialien auszuwählen.
Der Ofen selbst ist bereits bestimmt. In einer früheren Wohnung hatte ich schon einmal einen, und ich war sehr zufrieden damit. Letzte Woche, an einer Ausstellung, wurde mir die Marke Hase empfohlen, das Modell Como, verkleidet mit Speckstein für eine besonders gute Wärmespeichern. Diese Woche kam der Maurer- und Malerunternehmer vorbei, um mir eine Offerte zu erstellen. Kurz gesagt: Auch wenn ich bald immobil bin, bleiben meine Projekte in Bewegung.
Ich gehöre zur Wandergruppe der Seniorinnen und Senioren meines ehemaligen Arbeitgebers. Im vergangenen Monat hatte ich das Vergnügen, einen Besuch im Bundesparlament zu organisieren, gefolgt von einem Rundgang durch die Berner Altstadt, die stolz zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Ein Tag, an dem Geschichte und Architektur beinahe so wirkten, als wollten sie uns ihre eigenen Anekdoten erzählen, vielleicht, um mit unseren mithalten zu können.
Am vergangenen Dienstag trafen wir uns dann, um Weihnachten bei Studer zu feiern. Nach einer Präsentation zur wirtschaftlichen Lage und den neuesten Entwicklungen des Unternehmens erhielten wir die Gelegenheit, das neue vollautomatische Lagersystem zu besichtigen. Eine beeindruckende Anlage, deren Effizienz fast ein wenig einschüchternd ist.
Abgeschlossen wurde der Besuch bei einer gemütlichen Stärkung, bei der die Pensionierten Erinnerungen und gemeinsame Geschichten austauschen konnten. Immer ein Höhepunkt: gemeinsam unsere Erfolge und Herausforderungen wieder aufleben zu lassen, und diese kleinen Episoden aus dem Berufsleben, die die Zeit rückblickend viel lustiger erscheinen lässt als damals.
Bevor ich für die nächsten drei bis vier Monate praktisch immobil sein werde, wollte ich mir noch eine letzte kleine Freiheit gönnen: einen Rundgang durch die Stadt, um die Weihnachtsbeleuchtung zu bewundern. Eine Art tiefes Durchatmen, bevor der Countdown beginnt.
Beim Verlassen meiner Wohnung traf ich meinen Hausarzt, dessen Praxis sich im selben Gebäude befindet. Mit der Aufmerksamkeit, die nur wirklich gute Kliniker haben, sah er mich an und fragte, wie ich dieser erneuten Operation entgegenblicke. Seine Fürsorge hat mich beruhigt. Empathisch, aufmerksam und absolut professionell, genau so stellt man sich den Arzt an seiner Seite vor. Und unter uns: Den Titel «Professor» trägt man nicht ohne Grund.
Heute Morgen erhielt ich eine E-Mail vom Spital Sonnenhof: Man erwartet mich am Montag um 09.15 Uhr. Ursprünglich war die Aufnahme bereits für Sonntagabend vorgesehen, da mehrere präoperative Untersuchungen geplant waren. Nun scheint es aber, als hätten sie genügend Zeit, die notwendigen Laborwerte direkt am Montagmorgen vor der Operation zu machen, die um 13.00 Uhr stattfinden soll.
Je näher der Termin rückt, desto stärker wird die Ungeduld… und, ich gebe es zu, auch ein wenig die Nervosität. Es ist schliesslich schon die achte Operation seit dem Unfall vor fast dreissig Monaten. Das gibt langsam ein ganzes Kapitel in meiner Krankengeschichte, fast schon ein Roman, nur leider ohne den angenehmen Teil der Spannung.
Die nächsten Neuigkeiten werden also direkt aus dem Spital kommen, wahrscheinlich nach der Operation, die rund sechs Stunden dauern soll. Vermutlich werde ich danach etwas zu benommen sein, um sofort zu schreiben; ich warte lieber die erste Nacht ab, bevor ich meinen Blog weiterschreibe.
Bis dahin: Drückt mir die Daumen! 😊





















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