18. Dezember 2025
- Philippe Selot

- 18. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Gestern wurde ich von allen Infusionen abgehängt, einschliesslich der Schmerzpumpe mit Fentanyl. Ein wichtiger Schritt, gewiss, aber den Preis dafür habe ich in der Nacht bezahlt. Bereits am Abend trat ein stechender Schmerz bei einer der Narben an meinem Knöchel auf, und die Narbe an der Hüfte hat sich nach und nach ebenfalls bemerkbar gemacht, so sehr, dass ich trotz dem ganzen Arsenal an Medikamenten (Novalgin, Dafalgan, Ibuprofen und Oxynorm) nur zwei bis drei Stunden schlafen konnte. Eine recht... lebhafte Nacht.
Heute Morgen, ganz ihrem Ruf als Frühaufsteher treu, kamen Professor Krause und seine Assistentin um 7 Uhr vorbei, um meinen Verband zu wechseln, der erneut stark durchtränkt war. Die grosse Narbe auf der linken Seite des Knöchels bereitet weiterhin Probleme. Sie sieht jedoch so aus, wie sie aussehen soll, weder geschwollen noch gereizt. Einfach schmerzhaft... aber auch das war zu erwarten.
Zusätzlich zu den Medikamenten hat mir das Team kühlende Kompressen für den Knöchel und die Hüfte angeboten. Eine gute Idee, denn der Hüftschmerz beginnt in den Rücken auszustrahlen und wird zunehmend mühsam. Selbst die morgendliche Dusche entwickelte sich zu einer kleinen logistischen Herausforderung, die ich allerdings eher aus Stolz als aus Eleganz gemeistert habe.
Am Nachmittag brachten meine Mutter und ihr Nachbar Urs mir die Unterlagen, die für die Erledigung des Nachlasses nötig sind. Der Notar benötigt sie noch vor Jahresende aus steuerlichen Gründen, zumal sein Büro am 23. Dezember für die Feiertage schliesst. Glücklicherweise ist alles unterschrieben, und er sollte die Dokumente rechtzeitig erhalten, um die Angelegenheit abzuschliessen.
Was die Mahlzeiten betrifft, gibt es nichts Neues: sie sind weiterhin ausgezeichnet. Heute gab es Ossobuco mit Gremolata, dazu eine Maisgalette und ein Sortiment aus gelben, orangen und roten Rüebli. Für ein Spital ist die Verpflegung fast schon unanständig gut!
Heute Nachmittag werde ich versuchen, ein paar Stunden Schlaf nachzuholen. Ich glaube, mein Körper wird mir diese Geste danken.
Dr. Flückiger, der Chirurg, der mich bereits bei all meinen Operationen begleitet hat, auch bei jener am Montag, ist heute Abend vorbeigekommen, um nach mir zu sehen. Er entschuldigte sich dafür, nicht früher gekommen zu sein: Er kam erst gerade von einem Kongress in Glasgow in Schottland zurück. Ich sagte ihm, dass ich das gut verstehe… auch wenn ich, ehrlich gesagt, meine schlaflose Nacht nur zu gerne gegen eine Fachkonferenz über Fusschirurgie in Schottland eingetauscht hätte, dem Land, in dem ich als Jugendlicher gelebt habe und an das ich wunderbare Erinnerungen habe!
Ich habe es sehr geschätzt, dass er sich die Zeit genommen hat vorbeizuschauen. Mit seiner gewohnt ruhigen Art erinnerte er mich an zwei wesentliche Punkte, um die Erholung nach einem so anspruchsvollen Eingriff zu beschleunigen. Erstens soll ich keinesfalls zögern, ein Schmerzmittel zu verlangen: Gegen die Schmerzen anzukämpfen sei ein unnötiger Kampf, der die Genesung nur verlangsamt. Zweitens soll ich, falls nötig, ein Schlafmittel verlangen, damit ich ausreichend erholsamen Schlaf finde, absolut entscheidend, um den Körper wieder in Gang zu bringen.
Ein kurzer Besuch, aber ein sehr beruhigender. Und vor allem eine einfache Erinnerung: Nach einer solchen Operation ist Selbstfürsorge kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil der medizinischen Strategie.












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