18. April 2025
- Philippe Selot

- 18. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Aug.
Der Mittwoch verlief eher ruhig. Nach dem Besuch des Chirurgen-Teams konnte ich etwas schlafen, obwohl regelmässig eine Schwester kam, um die Infusionsfläschchen (Schmerzmittel und Antibiotika) zu wechseln und die Geräte anzupassen. Der Katheter am Hals muss ebenfalls häufig kontrolliert werden, was meinen Schlaf immer wieder unterbricht.
Gegen 11:30 Uhr wurde das Mittagessen serviert. Danach döste ich ein wenig, bis Deniz zu Besuch kam und mir ein paar Sachen brachte, die ich beim Packen vergessen hatte. Zusammen gingen wir in die Lounge auf einen Kaffee. Um 17:30 Uhr gab’s das Abendessen: leicht, aber schmackhaft. Wie immer sind die Mahlzeiten im Sonnenhof gut gewürzt und ansprechend angerichtet, was ich so höre, ist nicht überall selbstverständlich.
Ich versuchte, mit einem Buch zu beginnen, konnte mich aber kaum konzentrieren und schloss es nach ein paar Seiten wieder. Heute Abend bekomme ich gegen 20 Uhr die Thrombosespritze, damit ich nachts nicht geweckt werde. Ich schaute noch etwas fern, als plötzlich ein Alarm an einem Infusionsgerät losging. Ich rief die Schwester, die die Schläuche überprüfte und den Verband am Hals richtete. Wenn ich den Kopf zur Seite drehte, wurde der Fluss unterbrochen und der Alarm ausgelöst. Ich wechselte die Position und konnte wieder einschlafen. Die Nacht verlief danach ruhig.
Am Donnerstagmorgen weckte mich der Nachtdienst um 6:45 Uhr zum Schichtwechsel. Die Routine begann wieder: Kontrolle der Vitalwerte, Medikamentengabe, und gegen 8 Uhr brachte man mir das Frühstück, das ich am Tisch einnahm. Man half mir beim Aufstehen und zog den Infusionsständer mit.
Nach dem Frühstück bat ich um eine Dusche. Die Schläuche vom Katheter am Hals wurden vorübergehend abgenommen, und mein Fuss war in einer Plastiktüte geschützt, damit der Verband trocken blieb. Die erste Dusche nach der Operation ist immer ein Wohlfühlmoment. Nach der Pflege wurden die Anschlüsse wieder befestigt und ich legte mich zurück ins Bett.
Mir ist aufgefallen, dass ich kaum Erinnerungen an die Operation habe. Ich erinnere mich, in den Anästhesieraum gebracht worden zu sein, aber dann nichts mehr nach der Propofol-Sedierung. Die Erinnerungen kommen erst beim Aufwachen im Operationssaal zurück. Bei den vorherigen Operationen konnte ich mich genauer bis zur Spritze erinnern. Ich frage mich, ob diesmal andere Anästhetika verwendet wurden.
Der Donnerstag verlief ruhig und schmerzfrei. Zum Mittagessen wurde serviert, und der Nachmittag verging mit Lesen, Radio hören und Fernsehen.
Am frühen Abend kamen der Chirurg, die Chefärztin und der Assistent mit guten Nachrichten: Auch die zweite bakterielle Kultur war negativ. Ich darf also am Freitagmorgen aus dem Spital entlassen werden! Ich erhielt die Medikamente, einige Empfehlungen fürs Weitere und einen Termin für die Fadenentfernung am 28. April.
Wir sprachen lange über die Operation und die Diagnose. Ich war wegen einer hartnäckigen Rötung und Schmerzen am Knöchel zum Arzt gegangen, weil ich eine Infektion vermutete. Die Operation brachte eine gute Überraschung: Keine Infektion. Stattdessen war eine Vene von der Orthese eingeengt, was den Blutfluss blockierte und eine schmerzhafte lokale Thrombose verursachte. Zum Glück konnten die Chirurgen die Vene befreien und repositionieren, sodass künftige Probleme vermieden werden. Ich spüre bereits eine deutliche Besserung der Sensibilität im Fuss.
Mit dieser guten Nachricht bereitete ich mich auf eine erholsame Nacht vor. Doch der Alarm der Infusionspumpen ging erneut los... Nach mehreren Alarmen entschied das Team, die Geräte abzuschalten: Die letzte Antibiotikadosis wurde um 23 Uhr verabreicht. Gegen Mitternacht schlief ich endlich ein.
Am Freitagmorgen wurde ich vom Vogelgezwitscher geweckt. Die Medikamente und das Frühstück wurden verteilt. Kurz danach wechselten Chirurg und Chefärztin den Verband. Ich sah meine neue Narbe, die fünfte oder sechste… Die Chefärztin näht immer mit grosser Sorgfalt und scherzte, ihr Handwerk sei «Haute Couture».
Der Katheter am Hals wurde entfernt, ich nahm eine letzte Dusche und packte meine Sachen. Gegen 11 Uhr verliess ich das Spital, froh, wieder nach Hause zu dürfen. Überraschung: Es war Karfreitag, alle Läden geschlossen und mein Kühlschrank leer... Zum Glück gab’s im Spital ein Zopf und ein kleines Glas Honig, das etwas den Hunger stillte. Morgen werde ich wohl mit dem Auto und den Krücken Einkaufen fahren. Mal schauen!










Kommentare