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19. Februar 2024

  • Autorenbild: Philippe Selot
    Philippe Selot
  • 19. Feb. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Aug. 2025

Sitzend im ICE 373 Richtung Interlaken neigt sich meine Berlin-Reise langsam dem Ende zu. Für die kommenden neun Stunden bin ich bequem in diesem Direktzug mit fünfzehn Zwischenhalten zwischen Berlin Hauptbahnhof und Bern untergebracht. Es war meine erste Reise seit meinem Unfall in Marokko und vor allem meine ersten Tage ohne Gips, da war ich etwas gespannt... und auch ein bisschen nervös. Aber alles lief bestens!

 

Wie erwähnt, hatte René alle Aktivitäten in Berlin organisiert. Bei meiner Ankunft hatten wir nur 13 Minuten Verspätung, fast schon ein kleines Wunder für die Deutsche Bahn! und trafen uns am Hauptbahnhof. Sein Zug kam 5 Minuten nach meinem an, perfekte Koordination. Gemeinsam gingen wir zum Ibis Hotel am Wittenbergplatz, eine ideale Lage und ein Ort, den ich bereits kannte.

 

Am Donnerstagabend assen wir in einem vietnamesischen Restaurant zu Abend. Es war gut, auch wenn ich mir etwas mehr Schärfe gewünscht hätte. Für die Berliner war die Rechnung eher hoch, aber aus Schweizer Sicht schienen die Preise dank des Wechselkurses recht günstig.

 

Am Freitagmorgen frühstückte ich in einer Bäckerei gegenüber vom Hotel, ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Danach gönnte ich mir eine belebende Thai-Massage, auch hier etwa halb so teuer wie in der Schweiz. Am späten Nachmittag schauten wir uns «Poor Things» an, den Cannes-prämierten Film mit Emma Stone. Eine Mischung aus schwarzem Humor und skurrilen Szenen, meisterhaft inszeniert, ein wirklich gelungener Film. Danach assen wir mexikanisch in der Pfefferberg Markthalle. Einfach, aber die Tacos waren köstlich!

 

Später trafen wir Stefan, einen weiteren Motorradfahrer und gemeinsamen Freund, mit dem ich schon Schottland und Korsika erkundet hatte. Gemeinsam verbrachten wir den Abend im Berghain, einem der legendärsten Clubs Berlins. Ein beeindruckendes und unvergessliches Erlebnis!

 

Am Samstag fuhren wir mit dem Bus 100, der etwa dieselben Sehenswürdigkeiten abdeckt wie die klassischen Touristenrundfahrten. Wir besuchten das Berliner Stadtschloss, eine Nachbildung des ehemaligen Schlosses des preussischen Kaisers. Der Palast der Republik aus DDR-Zeiten, ein sehr umstrittenes Gebäude, war wegen Asbest abgerissen worden. Die heutige Schlossfassade wurde restauriert, im Inneren befindet sich das Humboldt Forum, ein Museum.

 

Abends assen wir im Goji am Viktoria-Luise-Platz, einem Restaurant, das auf Dim Sum spezialisiert ist, diese kleinen chinesischen Häppchen liebe ich seit meinen Asienreisen. Der Service war aufmerksam, die Gerichte hervorragend, auch wenn man etwas Geduld mitbringen muss.

 

Am Sonntagmorgen packte René seine Sachen und deponierte sein Gepäck im Schliessfach am Hauptbahnhof. Anschliessend besuchten wir den Bundestag, das deutsche Parlament, das nur mit Anmeldung zugänglich ist. René entschied sich, wegen der langen Führung einen Rollstuhl zu nehmen, was mich etwas überraschte, aber es machte ihm sichtlich Spass, mich durch das geschichtsträchtige Gebäude zu schieben! Unser Guide war hervorragend: klar, informativ, humorvoll und nie langweilig. Der VIP-Service mit Rollstuhl beinhaltete bevorzugten Einlass und Aufzug, alles war perfekt organisiert. Immerhin waren wir im Herzen der deutschen Regierung, mit der legendären Effizienz, die zum Glück immer noch funktioniert.

 

Die Führung endete in der gläsernen Kuppel von Norman Foster, der das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude restauriert hat, als Berlin wieder Hauptstadt wurde. Der Reichstag wurde im zweiten Weltkrieg zerstört.

 

Danach tranken wir einen Kaffee am Alexanderplatz. René fuhr mit der U-Bahn zurück zum Bahnhof, dann nach Köln, während ich ins Hotel zurückkehrte.

 

Am Montagmorgen frühstückte ich erneut in der Bäckerei, packte meine Sachen und machte mich auf den Weg zum Hauptbahnhof für meinen Direktzug nach Bern.

 

Dieses Wochenende tat richtig gut. Nach neun Monaten mit eingegipstem Bein habe ich diese Auszeit sehr genossen. Mit dem orthopädischen Schuh verlief alles schmerzfrei.

 

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass ich auf der Rückfahrt nicht allzu viel Verspätung habe, auch wenn die Deutsche Bahn schon einige Minuten Verzögerung bei der Abfahrt angekündigt hat!


Danke René, das Wochenende hat mir gut getan!




 
 
 

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