13. März 2026
- Philippe Selot

- 12. März
- 3 Min. Lesezeit
Heute Morgen begann der Tag früh im orthopädischen Zentrum. Ein wichtiger Termin, den ich mit einer Mischung aus Neugier und Hoffnung erwartet habe.
Die Konsultation begann mit zwei Röntgenaufnahmen meines Fusses. Das Ziel ist einfach, aber entscheidend: zu prüfen, ob alles an seinem Platz ist und ob die Knochenfusion wie geplant voranschreitet. Diese wenigen Minuten unter dem Röntgengerät sind mit der Zeit fast zur Routine geworden. Trotzdem bleibt immer eine gewisse Spannung, denn diese Bilder erzählen gewissermassen die Geschichte der Heilung.
Danach folgte ein ganz praktischer Schritt: der Verbandswechsel. Die gute Nachricht: Die Pumpe wurde endgültig entfernt. Auf der Narbe befindet sich nun nur noch ein einfacher Verband. Um die Wundheilung zu fördern, verwendet die Wundspezialistin weiterhin eine Methode, die viele überrascht: Honig. Keine lange Liste komplizierter Medikamente, sondern ein Naturprodukt, dessen antibakterielle und heilungsfördernde Eigenschaften seit Jahrhunderten bekannt sind. Man sieht: Manchmal erledigt die Natur ihre Arbeit besser als die komplexeste Technologie.
Dann kam der Moment, auf den ich am meisten gewartet hatte: das Gespräch mit Professor Krause. Er untersuchte die Narbe sehr sorgfältig und zeigte sich mit ihrer Entwicklung sehr zufrieden. Auch die Röntgenbilder bestätigen diesen positiven Eindruck: Die Knochenfusion macht gute Fortschritte.
Ein besonders wichtiger Punkt betraf die Knochentransplantation. Um den Hohlraum im Sprunggelenk zu füllen, wurde Knochenmaterial aus meinem Becken entnommen und transplantiert. Dieses Transplantat ist inzwischen gut integriert und zeigt keine Anzeichen einer Abstossung. Auch die Platten und Schrauben sind weiterhin perfekt positioniert und zeigen im Vergleich zu den vorherigen Aufnahmen keinerlei Verschiebung.
All diese positiven Nachrichten haben eine sehr konkrete Konsequenz: Es ist Zeit, die Belastung des Fusses zu erhöhen. Bisher durfte ich den Fuss nur mit etwa 20 kg belasten (ungefähr das Gewicht des Beins). Der nächste Schritt besteht nun darin, auf 45 kg zu erhöhen. In der Praxis bedeutet das, dass ich meinen medizinischen Scooter nach und nach weniger benutzen soll. Dieses Gerät war in den letzten Monaten, ja eigentlich Jahren, ein treuer Begleiter, vielleicht sogar etwas zu treu. Denn wenn der Fuss den Boden gar nicht berührt, fehlt dem Skelett und den Knochen die mechanische Stimulation, die für eine optimale Heilung notwendig ist.
Der Gips hingegen bleibt noch einige Wochen Teil des Programms. Ich muss ihn bis zum 8. April tragen. An diesem Tag habe ich den nächsten Termin beim Chirurgen, inklusive neuer Röntgenaufnahmen. Wenn sich alles weiterhin so positiv entwickelt, werde ich mich dann vermutlich vom Gips verabschieden können. Ein durchaus symbolischer Moment, denn dieser Begleiter ist seit fast drei Jahren Teil meines Alltags.
Auch bei den Medikamenten gibt es gute Fortschritte. Ich kann die Antibiotika sowie die begleitenden Vitaminpräparate absetzen. Zwei Medikamente bleiben jedoch vorerst notwendig. Das erste ist Pregabalin, das hilft, die nervlichen Beschwerden im Fuss zu dämpfen, manchmal schmerzhafte, vor allem aber sehr unangenehme Spasmen. Das zweite ist Calcimagon D3, eine Kombination aus Kalzium und Vitamin D3, die für den Knochenaufbau wichtig ist. Die Probiotika, die ich wegen der Auswirkungen der Antibiotika auf die Darmflora eingenommen habe, können je nach Verlauf schrittweise reduziert werden.
Nach all diesen eher medizinischen Monaten ist es angenehm, mit einer leichteren Note zu enden. Morgen feiert Deniz seinen 33. Geburtstag. Zu diesem Anlass lade ich ihn ins japanische Restaurant Tanaka ein, eine in Bern gut bekannte Adresse.
Ganz egoistisch gesagt freue ich mich besonders auf dieses Abendessen. Es ist lange her, dass ich japanisch gegessen habe. Und um ehrlich zu sein: In diesem Bereich bin ich manchmal etwas anspruchsvoll. Nachdem ich das Glueck hatte, einige Zeit in Japan zu leben, habe ich bei vielen Restaurants den Eindruck, sagen wir diplomatisch, dass sie die japanische Küche etwas … auf europäische Art interpretieren.
Aber Tanaka ist sehr gut bewertet, und ich habe eine ausgezeichnete Erinnerung daran. Ich war dort vor mehr als zehn Jahren einmal essen, und es war ausgezeichnet. Ich hoffe also, diesen authentischen Geschmack wiederzufinden und vielleicht bei ein paar Sashimi nicht nur einen weiteren Schritt auf meinem langen Weg der Heilung zu feiern, sondern vor allem den Geburtstag von Deniz. 🍣












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